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Arm & Reich - meine-welt-rettung

Arm & Reich

Stand der Dinge:

Es scheint ein Axiom unserer Welt zu sein, dass diese antagonistisch aufgebaut ist. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, es gibt Mann und Frau, es gibt Tag und Nacht, es gibt Yin und Yang und es gibt auch arm und reich. Ist aber letzteres ein fester definitiver Bestandteil unserer Welt, quasi eine Art Naturgesetz? Die Unterschiede zwischen Mann und Frau scheinen sich ja in vergangener Zeit auch aufzulösen, jedenfalls die gesellschaftlichen.

Zumindest da, wo es arme Menschen gibt, muss es auch Reiche geben. Ansonsten gäbe es keine Relation zueinander, es würde somit das Bezugssystem fehlen. Es benötigt der arme Mensch somit den Reichen und umgekehrt, um sich als arm oder reich zu empfinden und definiert werden zu können. Aber benötigt die Menschheit überhaupt diesen Unterschied?

Versucht man sich den Inhalten der Begriffe Armut und Reichtum zu nähern, so muss dies natürlich in Abhängigkeit eines Bezugssystems stattfinden, wie schon erwähnt. Darum wird zwischen einer absoluten Armut, quasi der globalen und einer relativen, der nationalen Armut unterschieden (vgl. www.armut.de). In Deutschland ist laut dem statistischen Bundesamt (2011) der von Armut bedroht, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Das bedeutete für das Jahr 2011 in Deutschland ein monatliches Einkommen bei Singles um die 980 Euro (inklusive staatlicher Sozialleistungen). Da 50 Prozent als Armutsgrenze gelten, wären dies dann ca. 817,- Euro Einkommen im Monat. Das heißt konkret, dass ein Single ab diesem Betrag in Deutschland als arm zählt, im Kontext des relativen Armutsbegriffes.

An welchem Punkt sprechen wir dann aber von Reichtum in Deutschland? Um eine Antwort auf diese Frage bildlich darzustellen, soll an dieser Stelle ein Beispiel von Walter Wüllenweber aus seinem Buch „Die Asozialen“ genutzt  werden. Der deutsche Reichtum lässt sich mit Hilfe einer DIN-A4-Seite veranschaulichen. Stellen Sie sich eine Unterteilung durch Linien in 1-cm-Abständen aufwärts vor, wobei jeder cm für ein Vermögen von 50.000 Euro steht. Der obere Seitenrand liegt dann bei etwa 1,5 Millionen Euro. An dieser Stelle kann nun jeder selber überlegen, wo er sein Kreuz machen müsste, um sein Vermögen abzubilden. Laut Wüllenweber würden 99 Prozent der Deutschen einen entsprechenden Platz auf dem A4-Blatt finden und über die Hälfte davon würden ihr Kreuz auf den untersten Seitenrand setzen müssen (unter 50000,- Euro Vermögen). Das übrige eine Prozent besitzt also mehr als 1,5 Millionen Euro und gleichzeitig 35,8 Prozent des Gesamtvermögens der Deutschen! Den reichsten 10 Prozent gehören 66,6 Prozent des Gesamtvermögens, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich 90 Prozent der deutschen Bevölkerung nur 33,4 Prozent des Gesamtvermögens in Deutschland teilen. An dieser Stelle kann sich gefragt werden, ob so eine Vermögensverteilung gerecht ist? Um die Veranschaulichung auf die Spitze zu treiben: der reichste Deutsche (Karl Albrecht) mit ca. 17 Milliarden Euro Vermögen müsste sein Kreuz auf einem Blatt in ca. 3,5 km (!) Entfernung von dem Ersten setzen, auf dem 99 Prozent unserer Bürger ihr Vermögen angekreuzt haben.

Ist es sinnvoll, dass in einer Demokratie Vermögen so ungleich verteilt ist?

Ist es sinnvoll, dass ein einzelner Mensch ein Vermögen von 17 000 000 000 Euro besitzt?

Wobei der Gesellschaft in vielen Bereichen Geld fehlt, bspw. für Umweltschutz, Bildung und Kultur, zumal diese Bereiche entscheidend für die Zukunft unserer Nation, ja sogar unserer Erde sind. Ohne Umweltschutz verändern wir überlebenswichtige Mechanismen irreversibel. Sollte da nicht das Gemeinwohl und auch die Chance zukünftiger Generationen auf ein Überleben Vorrang vor dem Wohl einer Minorität haben?

 

In den Unterkapiteln werden Veränderungsmöglichkeiten besprochen:

gerechte Besteuerung

 

 

 

Quellen:
http://www.armut.de/armut-in-deutschland_berechnung-der-armut.php
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-10/armutsrisiko-2011-deutschland
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/10/PD13_361_634.html;jsessionid=DA1C98E027CAAE5C1D02CA559D0DCCBB.cae4
 
Wüllenweber, Walter (2012): Die Asozialen. Deutsche Verlags-Anstalt, München

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